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Wie viel Auslastung steckt im Auftragsbestand?

Der Auftragsbestand ist eine Größe zu einem Stichtag, der Auftragseingang eine Bewegung während eines Zeitraums. Eine Fabrik kann weniger neue Bestellungen erhalten und dennoch mit mehr offenen Aufträgen ins nächste Quartal gehen, wenn die Auslieferung noch stärker zurückgeht.

Radsätze und Drehgestelle warten in einer Werkhalle auf die Weiterverarbeitung.

Den Auftragsbestand überleiten

Prüfen Sie zuerst die Definition: Sind Stornierungen im Auftragseingang bereits verrechnet? Werden Preisänderungen, zugekaufte Aufträge und Währungseffekte gesondert gezeigt? Im Beispiel stehen zu Beginn 90 Millionen Euro in den Büchern. Hinzu kommen 28 Millionen Bruttoaufträge, während 20 Millionen abgearbeitet und sechs Millionen storniert werden. Ohne weitere Bewegungen verbleiben 92 Millionen Euro. Beträgt auch die vergleichbare Fakturierung 20 Millionen, liegt das Verhältnis von Auftragseingang zu Fakturierung brutto bei 1,4 und nach Stornierungen bei 1,1. Vom Nettowert dürfen die Stornos nicht erneut abgezogen werden.

Die Ursache verspäteter Lieferungen suchen

Ein hoher Bestand kann für gute Nachfrage stehen, aber auch für fehlende Bauteile oder verschobene Abnahmen. Für Marge und Liquidität macht das einen Unterschied. Ordnen Sie die Aufträge Lieferfenstern zu und ermitteln Sie, welcher Teil bereits über den ursprünglichen Termin hinausgeschoben wurde. Anzahlungen, Rücktrittsrechte und verbindliche Mengen in Rahmenverträgen bestimmen die Qualität des Bestands. Eine reine Preiserhöhung schafft dagegen keine zusätzliche Produktionsstunde.

Branchenstatistik sachgerecht einordnen

Der deutsche Auftragsbestandsindex erfasst offene Aufträge ausgewählter Wirtschaftszweige. Er prognostiziert nicht den Umsatz einer bestimmten Fabrik. Ein Mengenindex lässt sich mit Produktionsmengen vergleichen; für nominale Auftragswerte eignet sich eher ein Wertindex. Ein größerer Bestand ist wirtschaftlich nur dann wertvoll, wenn die Aufträge zu durchsetzbaren Bedingungen, innerhalb der Fristen und mit ausreichender Marge erfüllt werden können.

Für die Praxis

Erst Anfangs- und Endbestand abstimmen, dann das Verhältnis von Auftragseingang zu Fakturierung deuten. Überfälliges, kündbares und margenschwaches Geschäft separat kennzeichnen.