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Metallvorräte: Warum Lager und Ergebnis unterschiedlich schnell reagieren

Sinkende Metallnotierungen können die Marge belasten, bevor oder nachdem sich der physische Bestand verändert. Für einen Verarbeiter, der Vorräte nach den üblichen Regeln des IAS 2 bewertet, sind zwei Fragen getrennt zu klären.

Gebündelte Kupferplatten und aufgewickeltes Kupferband in einer Lagerhalle.

Welche Kosten verlassen das Lager?

Für austauschbare Güter ist zunächst die verwendete Kostenformel zu ermitteln. Im vereinfachten Durchschnittsverfahren lagern zunächst hundert Tonnen zu je 1.000 Euro. Vor dem nächsten Verkauf kommen hundert weitere zu je 800 Euro hinzu. Der Durchschnitt liegt bei 900 Euro. Werden anschließend hundert Tonnen zu je 950 Euro verkauft, ergibt sich vor weiteren Kosten ein Rohertrag von 5.000 Euro. Nach dem FIFO-Verfahren würden zuerst die älteren 1.000 Euro je Tonne abgehen und ein Verlust von 5.000 Euro entstehen. Die bereits geleisteten Zahlungen bleiben identisch.

Welcher Verkaufserlös ist noch erreichbar?

Für die fertige Lagerware seien inzwischen nur noch 870 Euro je Tonne zu erwarten; notwendige Verkaufskosten betragen 20 Euro. Der Nettoveräußerungswert beträgt damit 850 Euro. Verglichen mit dem verbliebenen Durchschnittswert von 900 Euro ergibt sich eine Abwertung um 50 Euro je Tonne. Maßgeblich ist der erwartete Verkauf der betreffenden Ware, nicht automatisch die Börsennotierung des Rohmetalls. Qualität, vertragliche Bedingungen und bei unfertigen Erzeugnissen noch anfallende Kosten können erhebliche Unterschiede erklären.

Zeitversatz und Preisrisiko unterscheiden

Rohstoffe, unfertige und fertige Erzeugnisse getrennt untersuchen. Vor einer Aussage zur Preissetzungsmacht sind Mengen, historische Einstandskosten, Verkaufskontrakte und mögliche Absicherungen abzugleichen. Das Beispiel betrifft gewöhnlich bewertete Vorräte eines Verarbeiters; für Rohstoffhändler mit anderer Bewertungsgrundlage lässt es sich nicht schematisch übernehmen. Selbst eine sachgerechte Abwertung sagt nichts darüber aus, wann ein Käufer zahlt.

Für die Praxis

Erst Mengen und Einstandskosten überleiten, dann für verbleibende Fertigwaren den Nettoveräußerungswert auf ihrem tatsächlichen Absatzweg berechnen.