Der Währung durch den Auftrag folgen
Ein deutscher Hersteller kann einem Kunden in den USA Euro berechnen und zugleich Bauteile eines europäischen Lieferanten in Dollar bezahlen. Wer das Risiko nach dem Sitz der Geschäftspartner einteilt, ordnet beide Geschäfte falsch zu. Eine brauchbare Übersicht beginnt beim verbindlichen Auftrag und reicht über die Rechnung bis zum Zahlungseingang. Sie erfasst je Monat und Währung die erwarteten Eingänge, fest zugesagte Einkäufe und vereinbarten Sicherungen. Davon zu trennen ist die Umrechnung des Abschlusses einer Auslandstochter: Allein dadurch entsteht bei der Mutter noch keine Zahlung.
Den offenen Betrag berechnen
Angenommen, ein Exporteur erhält an einem Termin zehn Millionen Dollar und zahlt vier Millionen Dollar an Lieferanten. Verkauft er drei Millionen Dollar auf Termin, bleiben drei Millionen offen. Bei 0,90 Euro je Dollar ergeben sie 2,70 Millionen Euro, bei 0,85 Euro nur 2,55 Millionen. Die Differenz von 150.000 Euro betrifft den offenen Betrag vor Gebühren und Steuern, nicht den gesamten Dollarumsatz. Die Rechnung unterstellt, dass die vereinbarten Mengen und Termine eingehalten werden.
Den Zahlungstermin verschieben
Zahlt der Kunde erst einen Monat später, werden Lieferantenrechnung und Termingeschäft womöglich trotzdem pünktlich fällig. Das Unternehmen muss dann Dollar beschaffen oder die Sicherung anpassen. Selbst eine auf Jahressicht ausgeglichene Position kann also zwischenzeitlich Finanzierung erfordern. Bei einer Stornierung entsteht das umgekehrte Problem: Der zugesagte Devisenverkauf bleibt bestehen, obwohl der erwartete Eingang entfällt. Diese Mengen- und Termineffekte gehören in der Ergebnisanalyse neben den reinen Kurseffekt.
Für die Praxis
Ein- und Auszahlungen sowie Sicherungen nach Fälligkeitsmonat darstellen. Eine Sicherungsquote für das Gesamtjahr verdeckt mögliche Finanzierungslücken.