Vom ausgewiesenen Umsatz ausgehen
Ein fiktiver Konzern steigert seinen Jahresumsatz von 100 auf 112 Millionen Euro. Laut Überleitung entfallen sieben Millionen Euro auf eine Übernahme und zwei Millionen auf die Umrechnung ausländischer Umsätze. Für das bisherige Geschäft verbleiben bei konstanten Wechselkursen drei Millionen Euro Wachstum. Bezogen auf den Vorjahresumsatz ergeben sich sieben, zwei und drei Prozentpunkte. Die Rechnung geht auf, weil alle Beiträge denselben Nenner haben. Separat gerundete Wachstumsraten lassen sich nicht ohne Weiteres entsprechend verknüpfen.
Monate und Geschäftsumfang abgleichen
Wird ein Unternehmen im Juli übernommen, gehen bei einem kalendergleichen Geschäftsjahr zunächst nur sechs Monate in den Konzernumsatz ein. Noch im ersten Halbjahr des Folgejahres kann der Zukauf deshalb das Wachstum erhöhen. Neben den Vergleichsmonaten sind Verkäufe von Unternehmensteilen und veränderte Segmentgrenzen zu prüfen. Bei Währungseffekten ist entscheidend, für welche Periode die Kurse konstant gehalten werden. Eine rechnerische Währungsbereinigung beseitigt keine höheren Importpreise im operativen Geschäft einer ausländischen Tochter.
Vom Umsatz zur Marge gelangen
Ein zusätzlicher Euro Umsatz aus einem margenschwachen Zukauf bringt womöglich weniger Ergebnis als derselbe Euro aus dem bisherigen Sortiment. Vergleichen Sie zunächst gleich definierte operative Margen und prüfen Sie dann Akquisitionskosten, Produktmix und Segmentergebnisse. Veröffentlicht das Unternehmen nur eine Umsatzüberleitung, lässt sich der Gewinnbeitrag oft nicht sauber trennen. Dann ist eine ausdrücklich offene Position aussagekräftiger als eine scheinbar genaue Schätzung mit nicht vergleichbaren Margen.
Für die Praxis
Die Umsatzüberleitung erst in Euro nachvollziehen und erst danach organische Wachstumsraten vergleichen. Ungeklärte Differenzen separat ausweisen.