
Das reale Einkommen der privaten Haushalte im Euroraum stieg im zweiten Quartal pro Kopf um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der reale Verbrauch je Einwohner nahm gleichzeitig um 0,3 Prozent zu, nachdem er im ersten Quartal stagniert hatte. Damit zog die Nachfrage an, obwohl das Einkommen nach Berücksichtigung der Preisentwicklung kaum zulegte.
Eine zweite Größe ergänzt das Bild: Die Sparquote der Haushalte im Euroraum sank gegenüber dem ersten Quartal um 0,2 Prozentpunkte. Eine niedrigere Quote bedeutet, dass ein kleinerer Teil des verfügbaren Einkommens gespart wurde. Daraus folgt nicht, dass das Sparguthaben insgesamt geschrumpft ist. Auch bei einer niedrigeren positiven Sparquote kommen im Durchschnitt weiterhin Ersparnisse hinzu.
Für den Einzelhandel ist diese Unterscheidung praktisch relevant. Höhere reale Ausgaben können für eine gewisse Zeit aus langsamer wachsender Ersparnis finanziert werden. Ob der Konsum auch in den folgenden Quartalen zulegt, hängt unter anderem von der weiteren Einkommensentwicklung ab. Die Durchschnittswerte sagen zudem wenig über die Spielräume einzelner Haushalte aus.