
Im Jahr 2024 entstanden in der EU ohne die großen mineralischen Abfälle aus Bergbau, Steinbrüchen sowie Bau und Abbruch rund 765 Millionen Tonnen Abfall. Das entsprach 35 Prozent des gesamten Aufkommens. Umgerechnet auf die Bevölkerung ergaben sich 1.697 Kilogramm je Einwohner. Die Zahl beschreibt also nicht, wie schwer der Inhalt der Mülltonne eines typischen Haushalts war.
Die Abgrenzung verändert das Bild der Kreislaufwirtschaft erheblich. Gestein und Bauschutt wiegen viel; schon eine große Baustelle kann die örtliche Tonnage stark prägen. Werden diese Ströme gesondert betrachtet, treten andere Materialien deutlicher hervor. Das Gewicht allein zeigt jedoch weder den möglichen Wiederverkaufswert noch die Schwierigkeit der Behandlung.
Für die Planung einer Sortieranlage ist deshalb die Zusammensetzung wichtiger als eine einzige Tonnensumme. Glas, Papier oder gemischte Kunststoffe stellen unterschiedliche Anforderungen an Sammlung, Trennung und Absatz. Erst mit Angaben zur Materialart und Qualität lässt sich einschätzen, welcher Teil eines Abfallstroms als verwertbarer Rohstoff zurückgewonnen werden kann.