
Nach der ersten Schätzung führte der Euroraum im August Waren im Wert von 16,1 Milliarden Euro mehr ein, als er in Länder außerhalb des Währungsgebiets lieferte. Ein Jahr zuvor hatte die Lücke 1,7 Milliarden Euro betragen. Der größere Abstand entstand nicht durch einen Einbruch der Ausfuhren: Ihr Wert stieg im Jahresvergleich um 9,9 Prozent, der Wert der Einfuhren jedoch um 16,7 Prozent.
Die Statistik erfasst den Warenwert in Euro. Eine teurere Energielieferung erhöht den Einfuhrwert auch dann, wenn dieselbe Menge geliefert wird. Ebenso kann ein anderer Produktmix die Exporterlöse verändern, ohne dass die Zahl der verschifften Einheiten entsprechend steigt. Zur Unterscheidung wären Preis- und Mengenindizes nötig.
Für die Einordnung der Außenwirtschaft ist die Grenze der Statistik ebenso wichtig. Dienstleistungen wie Softwareentwicklung, Beratung oder Reisen sind im Warensaldo nicht enthalten. Wer wissen möchte, ob der Euroraum insgesamt mehr im Ausland verdient als dorthin zahlt, muss zusätzlich die übrigen Posten der Leistungsbilanz betrachten.