
Deutsche Industrieerzeugnisse kosteten im September ab Werk durchschnittlich 6,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Preise für Energie lagen um 14,9 Prozent, jene für Vorleistungsgüter um 6,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für den Gesamtindex ohne Energie betrug der Anstieg 3,2 Prozent. Anders verlief die Entwicklung bei Verbrauchsgütern: Dort gingen die Erzeugerpreise im Jahresvergleich um 1,8 Prozent zurück.
Für industrielle Einkäufer hat der Durchschnitt damit nur begrenzte Aussagekraft. Ein Betrieb, der energieintensive Vorprodukte bezieht, muss andere Preise beobachten als ein Händler, der fertige Verbrauchsgüter abnimmt. Selbst innerhalb einer Lieferkette können sich der Einkaufspreis eines Vorprodukts und der Verkaufspreis des verarbeiteten Erzeugnisses unterschiedlich entwickeln.
Der Erzeugerpreisindex misst Verkaufspreise auf einer frühen Wirtschaftsstufe. Bis ein Produkt den privaten Haushalt erreicht, kommen unter anderem Transport, Handel und die jeweilige Preisgestaltung hinzu. Wer vom Anstieg ab Werk unmittelbar auf den nächsten Ladenpreis schließt, überspringt somit mehrere Stufen, auf denen sich die Kostenverteilung noch verändern kann.