
Die deutsche Industrie erhielt im August real, saison- und kalenderbereinigt 10,6 Prozent weniger neue Aufträge als im Juli. Ohne Großaufträge betrug das Minus nach vorläufigen Zahlen dagegen nur 0,1 Prozent. Auch der Blick über drei Monate ergibt zwei Bilder: Von Juni bis August lagen die Bestellungen insgesamt 1,3 Prozent über den drei Monaten davor, ohne Großaufträge jedoch 2,6 Prozent darunter.
Ein umfangreicher Auftrag wird bei seinem Eingang erfasst, selbst wenn seine Fertigung über mehrere Geschäftsjahre verteilt ist. Der Kalendermonat der Bestellung kann in der Statistik daher viel auffälliger erscheinen als der spätere Verlauf der Produktion. Umgekehrt bedeutet ein Monat ohne vergleichbare Bestellung nicht, dass die Werkhallen sofort weniger ausgelastet sind.
Für die Einschätzung der laufenden Nachfrage lohnt es sich, beide Reihen nebeneinander zu lesen. Die Reihe ohne Großaufträge macht Veränderungen im wiederkehrenden Geschäft besser sichtbar. Die Gesamtreihe bleibt ebenso relevant, denn die außergewöhnlich hohen Bestellungen können später Arbeit, Auslieferungen und Rechnungsstellung über längere Zeit bestimmen.