
Im August lag die saisonbereinigte Bauproduktion im Euroraum nach der ersten Schätzung um 1,8 Prozent höher als im Juli. Hinter dem Gesamtwert standen gegenläufige Entwicklungen: Die spezialisierten Bautätigkeiten legten um 2,5 Prozent zu, während die Produktion im Hochbau um 0,4 Prozent und im Tiefbau um 2,1 Prozent zurückging.
Wer den Anstieg als Zeichen für mehr Wohnungsneubauten liest, überspringt mehrere Schritte. Spezialisierte Tätigkeiten umfassen Arbeiten wie Installationen oder den Ausbau. Sie können an längst begonnenen Projekten anfallen. Und die gesamte Hochbauproduktion ist nicht mit neu errichteten Wohnungen gleichzusetzen. Der Produktionsindex misst die ausgeführte Arbeit, nicht die Zahl neu eingegangener Bauaufträge.
Für einen Zulieferer oder Planer lohnt daher der Blick auf die eigene Position im Bauablauf. Ein Betrieb, der bestehende Projekte fertigstellt, kann eine andere Auftragslage sehen als ein Anbieter am Anfang der Bauphase. Genehmigungen, Auftragseingang und die Zusammensetzung der laufenden Arbeiten würden zusammen mehr über die nächsten Monate aussagen.