
Im September erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen mit Wohnort in Deutschland unbereinigt um 172.000 gegenüber August. Das klingt nach einem kräftigen Zuwachs, entspricht aber ungefähr dem üblichen Herbstanstieg. Nach Saisonbereinigung ergab die vorläufige Rechnung einen Rückgang um 4.000 Personen, gerundet eine Veränderung von 0,0 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag die Zahl der Erwerbstätigen um 0,5 Prozent niedriger.
Für die Interpretation zählt zunächst die Fragestellung. Wer wissen will, wie viele Menschen im September tatsächlich erwerbstätig waren, braucht die unbereinigte Zahl. Wer dagegen prüfen möchte, ob sich der Arbeitsmarkt gegenüber dem Sommer beschleunigt hat, gewinnt aus dem saisonbereinigten Verlauf den besseren Anhaltspunkt. Beide Zahlen beschreiben dieselben Menschen aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Hinzu kommt, dass die Statistik Personen und keine Arbeitsstunden zählt. Eine zusätzliche Schicht und der Wechsel in eine kürzere Arbeitswoche können das Arbeitsvolumen verändern, ohne die Zahl der Erwerbstätigen zu bewegen. Rückschlüsse auf die Auslastung der Betriebe oder die Nachfrage nach zusätzlichem Personal erfordern deshalb weitere Angaben.