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Wann langsamer Lagerumschlag die Marge belastet

Ein zusätzlicher Monat Lagerbestand kann ein bewusster Lieferpuffer sein oder ein Vorzeichen für Preisnachlässe. Entscheidend sind das Alter der Ware, der erzielbare Verkaufspreis und die bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten.

Verpackte Strickwaren und Mäntel lagern in einem Bekleidungslager.

Vergleichbare Bestände durch die Saison verfolgen

Vergleichen Sie Vorräte zum gleichen Zeitpunkt der Verkaufssaison und trennen Sie Fertigwaren von Rohmaterial für künftige Produktion. Bei jährlichen Umsatzkosten von 36,5 Millionen Euro steigt im Beispiel der durchschnittliche Bestand von fünf auf sechs Millionen Euro. Bleiben die Umsatzkosten gleich, erhöht sich die rechnerische Lagerdauer auf Basis von 365 Tagen von 50 auf 60 Tage. Bei ausgeprägter Saisonalität können Stichtagswerte täuschen. Monats- oder Quartalsdurchschnitte zeigen den Verlauf besser. Eine höhere Lagerdauer allein beziffert noch keinen Abschreibungsbedarf.

Den erzielbaren Betrag je Stück ermitteln

Angenommen, 1.000 fertige Einheiten stehen mit jeweils 80 Euro zu Buche. Der erwartete Verkaufspreis sinkt auf 76 Euro; bis zum Verkauf fallen noch fünf Euro je Stück an. Weitere Fertigstellungskosten seien nicht erforderlich. Der Nettoveräußerungswert beträgt damit 71 Euro, die beispielhafte Abwertung für den gesamten Bestand 9.000 Euro. Sie belastet Ergebnis und Buchwert, löst aber für sich genommen keinen unmittelbaren Zahlungsmittelabfluss aus. Einkauf und späterer Verkauf haben eigene Zahlungstermine.

Das Urteil nach dem Stichtag überprüfen

Tatsächlich erzielte Preise, Retouren und die zum ungekürzten Preis verkaufte Menge helfen, die Schätzung zu prüfen. Dabei sind Informationen über bereits am Stichtag bestehende Verhältnisse von später neu eingetretenen Ereignissen zu trennen. Langlebige Ersatzteile können für installierte Maschinen bewusst jahrelang vorgehalten werden. Bei saisonaler Ware kann dieselbe Altersstruktur auf eine deutlich schlechtere Verwertbarkeit hindeuten.

Für die Praxis

Für auffällig alte Bestände Menge, Stückkosten, erwarteten Verkaufspreis und verbleibende Verkaufskosten festhalten, bevor aus der Lagerdauer auf eine Abwertung geschlossen wird.